Je mehr Macht der Mensch über ökologische Prozesse gewinnt, desto mehr wird Systembewusstsein zur kulturellen Reife. Vielleicht ist das nicht nur eine Notwendigkeit und die Gestaltung lebensfördernder Bedingungen wird zur Aufgabe. Durch die aktive Kooperation mit der lebendigen Intelligenz der Natur wird der Mensch zum „Hüter“ des Landes – für eine nachhaltige Entwicklung und eine Zukunft, in der Mensch und Natur sich gemeinsam entfalten.

Die Philosophie hinter dem Namen

Mutter Natur – das sich selbst regulierende System

Gaia ist ein alter Name für Mutter Erde oder Mutter Natur. In der griechischen Mythologie wird damit eine Göttin bezeichnet, die auch als Gebärerin, Ernährerin und Erhalterin bekannt ist. Sie ist der Geist der Erde, der Pflanzen, der Felsen und des Wassers. Gleich den Menschen früherer Kulturen schreiben spirituelle Bewegungen wie der Zoroastrismus, der Shintoismus oder indigene Völker bis heute den belebten und unbelebten Objekten in der Welt bestimmte Entitäten oder Archetypen zu. Wie in vielen Religionen, mag die daraus resultierende Erklärung und Unterteilung der Welt den Menschen in der Vergangenheit geholfen haben, die Komplexität der Welt greifbarer zu machen und besser zu verstehen.

Während das Bild von Gaia als Göttin noch eine gewisse Ganzheitlichkeit bewahrt, hat der Ansatz, die Welt zum besseren Verständnis in ihre Einzelteile zu zerlegen, in der modernen Wissenschaft extreme Ausmaße erreicht. Ein Gegenentwurf ist in der Arbeit der Wissenschaftler James Lovelock und Lynn Margulis zu sehen, die den Namen für ihre Gaia-Hypothese wieder aufgegriffen haben. Diese beschreibt die Erde als ein lebendiges, sich selbst regulierendes System, in dem biologische und geophysikalische Prozesse miteinander verwoben sind. Nach diesem Verständnis ist die Erde nicht bloß ein Ort des Lebens, sondern selbst ein lebendiger Organismus, der beständig auf Gleichgewicht, Lebensförderung und Selbstheilung ausgerichtet ist.

Gaia Guidance bedient sich des Namens Gaia aus Resonanz zu beiden Ansätzen. In der Praktik, den Objekten in der Welt ein Gesicht oder gar eine Persönlichkeit zuzuordnen, sieht Gaia Guidance den Effekt, Verbindung zu schaffen und damit Verständnis, Demut und Respekt gegenüber der umgebenden Welt zu fördern. Das Konzept einer Person oder Entität impliziert außerdem die Existenz eines eigenen Bewusstseins, eines eigenen Willens oder einer inhärenten Intelligenz. Diese lassen sich schließlich in den vielfältigen, real existierenden und beobachtbaren Mechanismen, Beziehungen und Mustern von Mutter Natur erkennen. Ähnlich einem Gehirn setzt sich Natur aus einer Vielzahl von Elementen (Nervenzellen) zusammen, die miteinander in Beziehung stehen (Synapsen) und sich gegenseitig beeinflussen (Impulse), sodass dabei ein selbstreguliertes, unabhängiges und vor allem funktionsfähiges System entsteht. Vor diesem Hintergrund lädt Gaia Guidance dazu ein, Natur nicht bloß als eine Ansammlung voneinander getrennter Einzelteile zu betrachten, sondern als dynamisches Ganzes mit inhärenter Intelligenz oder gar Weisheit zu begreifen – ein Netz des Lebens, dessen Integrität auch das menschliche Wohlergehen unmittelbar berührt.

Natur als Lehrmeisterin

Für Gaia Guidance ist der Mensch eines von vielen Elementen im System ‚Natur‘, welches eine den Menschen umfassende und ihm übergeordnete Rolle einnimmt. Die Natur ist nicht nur Objekt, sondern auch Bühne menschlichen Handelns und setzt die entsprechenden Rahmenbedingungen seiner Existenz fest. Ein Teil der Natur zu sein, bedingt schließlich, im Sinne des eigenen Wohlergehens nach den dem System zugrundeliegenden Prinzipien zu agieren. Anstatt diese Perspektive als Einschränkung wahrzunehmen, steht Guidance für die Idee, sich gleich einem Kind von der Weisheit von Mutter Natur leiten und inspirieren zu lassen, um zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Die Einbettung in das größere Ganze ermöglicht, sich (wieder) mit der (eigenen) Natur zu verbinden und nicht nur die Qualität des Wirkens in der Welt zu steigern, sondern ihm tatsächliche Nachhaltigkeit und Sinn zu verleihen. Der „Goldene Schnitt“ ist ein Beispiel dafür, welchen Einfluss die Natur auf die menschliche Auffassung von Qualität haben kann und wie verwurzelt die Ordnungsprinzipien des Lebens im Menschen sind. Beim Goldenen Schnitt handelt es sich um eine bestimmte Proportion, die sich in der Natur überall dort manifestiert, wo Stabilität, Effizienz und Balance in perfekter Harmonie zusammenfinden – vom Aufbau einer Sonnenblume bis hin zur Struktur von Galaxien. Für Menschen steht diese Proportion als Inbegriff von Ästhetik und Schönheit. Wenn Menschen nach Prinzipien wie diesen gestalten und handeln, können Dinge erschaffen werden, die nicht nur oberflächlich funktionieren, sondern eine tief empfundene Stimmigkeit und zeitlose Qualität ausstrahlen.

Die Perspektive von Natur als Lehrmeisterin und Kompass ist folglich zentral für die Arbeit von Gaia Guidance bei der Entwicklung von nachhaltigen und ganzheitlichen Lösungen, sowie der Gestaltung effizienter und resilienter Systeme. Trotz des wissenschaftlichen Fortschritts ist der Mensch auch heute noch weit davon entfernt, Natur komplett zu verstehen. So maßt sich auch Gaia Guidance nicht an, die Weisheit mit Löffeln gegessen zu haben. Der Überzeugung folgend, dass sich in jedem kleinsten Teil die Struktur des Ganzen widerspiegelt, geht Gaia Guidance jedoch davon aus, dass der Mensch vollumfänglich ausgestattet ist, um die Antworten auf seine Fragen zu finden. Die Rolle von Gaia Guidance besteht darin, den eigenen Prozess mit Wissen, Denkanstößen oder Vorlagen lediglich zu begleiten und zu unterstützen. Dabei baut die Arbeit auf ganzheitlichen Ansätzen wie der Permakultur und einer systemischen Betrachtung der jeweiligen Herausforderungen unter Einbezug des Kontextes. Durch Beobachtung und Methoden, die auf natürlichen Prozessen basieren, ist das Ziel, einen möglichst hohen Grad an Harmonie mit natürlichen Systemen zu erreichen.

Der Mensch als Hüter des Landes

Gaia Guidance ist davon überzeugt, dass der Mensch einen ebenso positiven Einfluss auf die Welt ausüben kann, wie dieser momentan negativ erscheint. Seine Bestimmung liegt nicht in der technologisch angetriebenen Trennung von der Natur, sondern in der aktiven Kooperation mit ihrer lebendigen Intelligenz. Der Mensch ist nicht nur Teil der Natur; er nimmt eine besondere Rolle innerhalb des lebendigen Organismus Erde ein. Während die grundlegende Ausrichtung des Lebens – im Sinne der Gaia-Hypothese – vorgegeben sein mag, besitzt der Mensch durch seinen Verstand die einzigartige Fähigkeit, dieses System bewusst mitzugestalten.

In dieser Hinsicht besteht große Resonanz mit dem Selbstbild indigener Kulturen, die sich als „Hüter“ oder „Wächter“ des Landes verstehen. Ein solches Selbstverständnis impliziert, die Erfüllung eigener Bedürfnisse stets mit Achtsamkeit und Bewusstsein für das große Ganze zu verbinden. Darin sieht Gaia Guidance die eigentliche Bestimmung des Menschen. Verständnis und neue Perspektiven sind der Schlüssel, um (wieder) im Einklang mit der Natur zu leben – für eine nachhaltige Entwicklung und eine Zukunft, in der Mensch und Natur sich gemeinsam entfalten.

Von der Theorie in die Praxis

Klimawandel als Chance

Die Debatte um den Klimawandel konzentriert sich heute oft auf den Menschen als Störfaktor und steht sinnbildlich für den vermeintlich schlechten Einfluss des Menschen auf seine Umwelt. Während die Diskussion über Verantwortung und die Einsparung fossiler Energieträger berechtigt ist, bleibt sie als alleiniger Lösungsansatz oft unzureichend und scheint teilweise kontraproduktiv. Für Gaia Guidance ist die Frage nach dem „Wer oder was ist schuld?“ deshalb weniger relevant als die Frage: „Wie lässt sich mit der Situation umgehen und eine lebenswerte Zukunft gestalten?“. Dieser lösungorientierte Ansatz bietet die Gelegenheit, regenerative Lösungen mit einem positiven Einfluss auf die Umwelt zu verfolgen, die das negativ behaftete Bild des Menschen umkehren können. Anstatt den Fokus auf Verzicht und Schadensbegrenzung zu legen, konzentriert sich Gaia Guidance auf die Chance, einen messbar positiven Einfluss auf die Mitwelt auszuüben, der weit über die bloße CO₂-Vermeidung hinausgeht.

Vegetation und Wasserretention für eine ganzheitliche Lösung

Der Gestaltungsansatz der Permakultur basiert auf dem Leitsatz „Das Problem ist die Lösung“. Dieser Satz betont, dass sich hinter einem vermeintlichen Problem häufig auch ein Potenzial oder eine Chance verbirgt. Wenn das Problem im Kontext des Klimawandels also die übermäßige Freisetzung von Kohlenstoff ist, dann liegt die Lösung darin, den Überschuss an Kohlenstoff effektiv zu nutzen.

Praktischerweise sind Kohlenstoffverbindungen einer der Grundbausteine für das Leben auf der Erde. Anstelle riskanter oder energieintensiver technologischer Verfahren, bietet sich deshalb der natürliche Kohlenstoffkreislauf als wirksame Methode und Chance an, um die Atmosphäre zu regulieren und gleichzeitig das Leben auf der Erde zu regenerieren. Gaia Guidance sieht deshalb in der Förderung von Vegetation ein effizientes, dezentrales und gleichzeitig multifunktionales Werkzeug, um vielen weiteren Herausforderungen unserer Zeit ganzheitlich zu begegnen. Vegetation ist dabei weitaus mehr als ein passiver Speicher von Kohlenstoff – sie ist ein aktiver Regulator lebensnotwendiger Kreisläufe. Als Teil des hochkomplexen Systems ‚Erde‘, verwandelt sie Kohlenstoff in lebendige Biomasse sowie fruchtbaren Boden und puffert die Folgen von Extremwetterereignissen. Sie produziert Nahrung, kühlt durch Verdunstung das Mikroklima und bietet Lebensraum für unzählige Organismen, die ihre eigene entscheidende Rolle im Gefüge des Lebens spielen. Schließlich ist Vegetation der Motor des globalen Wasserkreislaufs: Sie ist maßgeblich an der Entstehung von Regen beteiligt und transportiert Feuchtigkeit bis weit ins Landesinnere. Vegetation stabilisiert stoffliche und energetische Kreisläufe – hocheffektiv, dezentral und ohne ökologische Nachteile. Um diesen ökologischen Reichtum auch ökonomisch sinnvoll in unsere Kulturlandschaft zu integrieren, setzt Gaia Guidance verstärkt auf Agroforstsysteme. Die Produktion wertvoller Nahrungsmittel macht den Nutzen dieser natürlichen Kreisläufe für uns Menschen unmittelbar greifbar und attraktiv.

Da Pflanzen untrennbar mit dem Wasserhaushalt verknüpft sind, spezialisiert sich Gaia Guidance ergänzend zu Agroforstsystemen auf die aktive Wasserretention in der Landschaft. Wasser wird dabei als Grundlage allen Lebens und damit als mitunter wertvollstes Kapital einer Fläche begriffen. Durch gezielte Maßnahmen wird der Abfluss verlangsamt und die Versickerung gefördert. Das erhöht die Grundwasserneubildung und schafft die Voraussetzungen, unter denen Vegetation dauerhaft gedeihen und natürliche Kreisläufe sich regenerieren können. So entstehen Systeme, die nicht nur überleben, sondern echtes Wachstum generieren.

Leidenschaft und Kompetenz für Permakultur

Bernhard Wenzel – Das Gesicht von Gaia Guidance

Seit meiner Kindheit besitze ich eine Leidenschaft und Faszination für die Erde. „Die Natur zu schützen und helfen, sie zu erhalten“ ist eines meiner Versprechen, das ich als Jugendlicher bei den Pfadfindern abgelegt habe. Dieses Versprechen hat mich seither auf meinem Weg begleitet und geprägt. So habe ich im Laufe meines Ausbildungsweges Geo- und Umweltnaturwissenschaften mit den Schwerpunkten Geologie, Hydrogeologie, Umweltchemie und Ökotoxikologie, angewandte Hydrologie und Gewässermanagement studiert. Dabei entwickelte ich zunehmend ein Bewusstsein für die Herausforderungen, denen unsere Gesellschaft in Bezug auf unsere Umwelt gegenübersteht. In den Ansätzen der Permakultur fand ich schließlich für mich die Antworten auf jene Herausforderungen und die nötigen Werkzeuge, um einen Wandel aktiv mitzugestalten. Im Kontext der Permakultur entwickelte ich zudem eine wachsende Begeisterung für regenerative Landwirtschaft, Wasserretention und syntropische Agroforstwirtschaft.

Nach dem Abschluss des Studiums konnte ich als Freiwilliger auf verschiedenen Höfen in Deutschland, Australien, Spanien, Senegal und Kolumbien in den letzten Jahren viele praktische Erfahrungen sammeln und Gelerntes vertiefen. Während meines Basisjahres an der Permakultur-Akademie von 2020 bis 2021 lebte ich und engagierte mich auf dem Demeterbetrieb und Permakultur-Lernort Hof Luna in Everode, sowie im Weidenhof-Zentrum für Bewusstsein und Achtsamkeit bei Gernsbach, wo ich mein erstes Permakultur-Projekt zur Verwertung organischer Abfälle durchführte. Während dieser Zeit begann ich parallel den Online-Permakulturkurs von Geoff Lawton und besuchte schließlich das Permakultur-Designpraktikum von Oliver Fretzer.

Ab 2022 lebte ich etwa eineinhalb Jahre im Maitreya Heilungsbiotop bei Murcia, Südspanien. Dort war ich als Gärtner, Landschaftspfleger und Permakultur-Berater tätig – zeitweise auch Teil des Kernteams. Ich baute einen Gemüsegarten zur Selbstversorgung sowie eine Baumschule auf und betreute die Umsetzung der von mir entworfenen Transformation von rund 20 Hektar Land. Außerdem führte ich Bildungsveranstaltungen zu Permakultur und verwandten Themen durch. Im November 2022 nahm ich während eines Besuches in Deutschland an meinem ersten Kurs zum Thema „Syntropischer Agroforst“ bei Felipe Amato auf Hof vErde bei Erlangen teil.

Nach meiner Zeit im Maitreya Heilungsbiotop gründete ich Gaia Guidance und übernahm als Honorarkraft im Auftrag der Freiwilligendienste Erzdiözese Rottenburg – Stuttgart Bildungsseminare für Teilnehmer des freiwilligen ökologischen und sozialen Jahres sowie des Bundesfreiwilligendienstes. Während dieser Zeit konnte ich meine Kompetenzen in der Planung, Organisation und Durchführung von Bildungsveranstaltungen ausbauen.

Eine Bildungsreise führte mich 2025 schließlich nach Senegal und Kolumbien. In Senegal unterstützte ich das FoodForestNetwork bei der Durchführung von zwei Workshops zu Permakultur, syntropischen Agroforstsystemen und Wasserretention und half beim Management bereits bestehender Agroforstsysteme. In Kolumbien hatte ich die Gelegenheit das Bildungszentrum für Permakultur und Agrarökologie (CEPA) Viracocha in San Agustin kennenzulernen und einen Einblick in die Anbaumethoden im tropischen Südamerika zu erhalten.

Meine Kompetenzen

Im Verlauf meines Werdegangs habe ich mir Fähigkeiten und Wissen angeeignet, welche ich als besonders wertvoll für meine Arbeit erachte:

Naturwissenschaftliche Ausbildung (Fachwissen, Kreislaufbewusstsein & systemisches Denken in langen Zeiträumen)

GIS-Anwendungen

Permakultur-Gestaltung (Zertifikat)

Planung, Organisation & Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen (Tagesveranstaltungen bis Wochenseminare & Kurse)

Planung, Organisation, Umsetzung & Management von:

  • Gemüsebau
  • syntropischen Agroforstsystemen
  • Wasserretention & Erosionsschutz

Erfahrung in verschiedenen Klimazonen

Begriffserklärungen

Permakultur

Die meisten Menschen kommen das erste Mal beim Gärtnern oder im Zusammenhang mit Landwirtschaft mit der Permakultur in Kontakt. Die starke Popularität in diesen Bereichen lässt sich vermutlich auf die Entstehungsgeschichte der Permakultur und ihr ursprüngliches Ziel der Entwicklung einer „Permanent Agriculture“ zurückführen, die sich mehr an dem Vorbild und der Funktionsweise der Natur orientiert. Im Kern jedoch steckt hinter der Permakultur ein ganzheitlicher und interdisziplinärer Gestaltungsansatz sowie vielseitiger Werkzeugkoffer. Dies erlaubt schließlich eine universelle Anwendbarkeit der Permakultur. Mit Blick auf die Zukunft und auf kommende Generationen wird deshalb heute häufig die Etablierung einer „Permanent Culture“ als das eigentliche Wesen der Permakultur beschrieben.

Diese Kultur wird von Selbstverantwortung und Autarkie auf persönlicher und gemeinschaftlicher Ebene geprägt. Sie verschreibt sich der Reduktion – und im besten Fall der positiven Umkehr – negativer ökologischer Auswirkungen menschlichen Handelns. Das Werkzeug dafür sind eine lösungsorientierte Haltung und die intelligente Gestaltung selbstorganisierender, regenerativer, resilienter sowie multifunktionaler und damit langlebiger Systeme. In Analogie zu natürlichen Ökosystemen, begrüßt die Permakultur deshalb Vielfalt und Komplexität in dem Bestreben, Kooperation und partnerschaftliche Beziehungen mit gegenseitigem Nutzen zu schaffen.

Vor diesem Hintergrund gründet die Permakultur auf Ethiken (Earth Care, People Care, Fair Share) und Prinzipien, welche aus der Beobachtung der Natur und verschiedener (Ur)völker entstanden sind, die in Harmonie mit ihrer Mitwelt leben oder gelebt haben. Die Philosophie hinter diesen Ethiken betont den inhärenten Wert von Allem und verschreibt sich der Förderung eines harmonischen Miteinanders zur Deckung der Bedürfnisse aller Beteiligten in einem System. Diese Einstellung bildet das Herz jeder Permakultur-Gestaltung.

Seneszenz

Jeder Organismus durchläuft in seinem Lebenszyklus verschiedene Phasen. Vereinfacht beschrieben ist der Beginn in der Regel von zunehmendem Wachstum geprägt. Schließlich beginnt die reproduktive Phase, bei welcher die Fortpflanzung des Organismus im Vordergrund steht. An seinem Zenith steht das Stadium der Reife. Hier endet das Wachstum und geht tendenziell in eine Phase des Zerfalls über. Der darauffolgende degenerative Prozess, der mit dem natürlichen Altern einhergeht, wird durch den Begriff der Seneszenz beschrieben.

Vereinfachte Darstellung des Lebenszyklus eines Organismus.

Strata

Die Pflanzen in einem Wald nehmen einen bestimmten Raum in der Vertikalen ein. Basierend auf der zu erwartenden maximalen Wuchshöhe einer Pflanzenart und ihrem Lichtbedarf werden die Pflanzen kategorisiert und in einer vereinfachten vertikalen Zonierung eingeordnet:

hoher Lichtbedarf / große WuchshöheEmergentKronenschicht
HighBaumschicht
MediumStrauchschicht
geringer Lichtbedarf / geringe WuchshöheLowKrautschicht

Sukzession

Der Begriff beschreibt den Entwicklungsprozess eines gegebenen Systems, meist hin zu einem bestimmten Endzustand. Dabei wird ein bestehendes Element schrittweise durch ein anderes ersetzt bis es unter Umständen aus dem System verschwindet.

Die Evolution eines Ökosystems wird als natürliche Sukzession bezeichnet. Dabei ist jedes Stadium durch eine bestimmte Artenzusammensetzung und Eigenschaften charakterisiert.

MikroorganismenBakterienPilze
PflanzenStein Moose/FlechtenPionier-Pflanzenmehrjährige Pflanzen & Gräser junger Waldalter Wald
pH-Wertbasischsauer

Syntropie

Als Gegenentwurf zu dem Konzept der Entropie, steht Syntropie für die Zunahme von Komplexität und gespeicherter Energie in einem gegebenen System. Ein syntropisches System ist folglich dadurch charakterisiert, dass es eine hohe Komplexität besitzt, etwa in Form einer hohen Artenvielfalt und komplexer Nahrungsnetze, und darauf ausgelegt ist, Energie im System zu halten. Die Elemente des Systems stehen dabei in kooperativen Beziehungen zueinander, die sich gegenseitig verstärken.

Grafik zur Veranschaulichung der Konzepte von Entropie und Syntropie anhand des Verhaltens eines Wassertropfens im Kontext mit konvexen (links) oder konkaven (rechts) Strukturen.

Wasserretention

Wasserretention beschäftigt sich mit der Bewirtschaftung von Oberflächengewässern zu dem Zweck, das Wasser zu verlangsamen, bevor es ein Gebiet verlässt. Durch die Nutzung von Retentionselementen wie Seen, Teiche, Terrassen, Tanks oder Gräben, wird Oberflächenwasser verlangsamt. Es kann verteilt und zur späteren Nutzung gespeichert oder in den Boden infiltriert werden, wo es einer breiten Nutzergruppe zur Verfügung steht.

Eines der Hauptziele von Wasserretention ist die Grundwasserneubildung. Das infiltrierte oder anderweitig gespeicherte Wasser steht im Anschluss nicht nur den Pflanzen zur Verfügung, sondern dient auch der Trink- und Brauchwasserbereitstellung. Entstandene Wasserkörper bieten Lebensraum und Mikroklima, sowie Reserven zur zur Pufferung von Extremwetterereignissen und deren Folgen, insbesondere von Überflutungen und Dürren bzw. Erosion und Waldbränden.