Zwei Wochen, zwei Länder, zwei Projekte – eine Reise in den Süden Europas, die von der Frage angetrieben ist, wie sich Wasser möglichst lange in der Landschaft halten und effizient nutzen lässt.

Zurück im Maitreya Healing Biotope: Erneuerung einer Pflanzenkläranlage

Meine Reise beginnt mit einem Besuch im Maitreya Healing Biotope bei Lorca im Südosten von Spanien. Nach etwa zwei Jahren war dies mein erster Besuch bei dem Projekt, für das ich vor rund fünf Jahren ein regeneratives Gestaltungs- und Umstellungskonzept erarbeitet hatte. Eine Woche war ich vor Ort, um Beziehungen zu pflegen, zu beraten und eine Pflanzenkläranlage zu erneuern, die ich während meines damaligen Aufenthalts angelegt hatte.

Die Anlage soll das Wasser aus Dusche und Waschmaschine grob reinigen, bevor es zur Bewässerung von Bäumen im angrenzenden Garten wiederverwendet wird. Ein einfaches, aber wirkungsvolles Prinzip, um den Wasserverbrauch der Gemeinschaft spürbar zu senken, da für die Bewässerung so kein Frischwasser mehr benötigt wird. Für das System wurde damals ein bereits vorhandenes und ungenutztes Becken umfunktioniert. Die Erneuerung hatte das Ziel, das alte Filtermaterial auszutauschen und den Abfluss neu zu gestalten, um die Nutzungsdauer in Zukunft zu verlängern.

Dazu wurde das alte Material entfernt und teilweise gesiebt, sodass das mit Nährstoffen aufgeladene Feinmaterial gezielt als Pflanzzusatz weiterverwendet werden kann. Der gröbere Rest fand seinen Platz im Wegebau im Garten. Nach etwa drei Tagen Arbeit war die Anlage wieder funktionsfähig. Nun muss sie noch neu bepflanzt werden, damit die biologische Reinigung wieder in Schwung kommt.

Wenn es in der Wüste regnet: Sturmtief „Adam“ als Praxistest

Während meines Aufenthalts in Maitreya zeigte sich, warum Wasserretention in Zeiten des Klimawandels und fortschreitender Verwüstung so wichtig ist. Sturmtief „Adam“ brachte starke Regenfälle in eine Region, die sonst monatelang ohne Niederschlag auskommen muss. Durch den Mangel an Vegetation und oberflächlichen Wasserkörpern wird der Wasserkreislauf beeinträchtigt, was zu extremen Schwankungen im Niederschlagsaufkommen beiträgt. So werden ausgedehnte Dürrezeiten von sintflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen unterbrochen, weil der Boden das Wasser kaum aufnehmen oder wieder abgeben kann. Genau hier setzt regenerative Wasserretention an.

Um der Abwärtsspirale entgegenzuwirken, hatte ich während meines anderthalbjährigen Aufenthalts in Maitreya mehrere Wasserretentionselemente angelegt – Mulden, Gräben und weitere kleine Retentionsstrukturen, die das Wasser zurückhalten und in den Boden leiten sollen. Ein echter Regenguss ist der beste Test, den man sich dafür wünschen kann, weswegen ich zu später Stunde die Gelegenheit nutzte, um zu beobachten, wie sich die geschaffenen Elemente verhielten.

Insgesamt sah es gut aus. Während nach stundenlangem Regen nur etwa die obersten 3 cm des Bodens in der freien Landschaft durchfeuchtet waren, sorgten die Retentionselemente für Verlangsamung und Ansammlung des oberflächlich ablaufenden Wassers. Dadurch erhielt es die Gelegenheit, wirklich in den Boden einzudringen. Überschüssiges Wasser konnte kontrolliert weitergeleitet werden. An einigen wenigen Stellen erkannte ich Schwachpunkte, die ich am nächsten Tag nachbesserte. Besser kann ein Praxistest kaum laufen.

Während die Situation in Maitreya unter Kontrolle war und der aufgefangene Niederschlag zur Regeneration des örtlichen Grundwasserspeichers beitrug, kam es im nahen Alicante zu Überschwemmungen mit Sachschäden und Todesopfern. Würde das Wasser im Einzugsgebiet stärker zurückgehalten, wären solche Ereignisse abgeschwächt, weil der Regen bereits dort versickert, wo er fällt. Gleichzeitig stünde das Wasser auch in der sommerlichen Trockenzeit Menschen, Pflanzen und Tieren zur Verfügung.

Portugal: Wasserretention auf verbranntem Boden

Nach meinem Aufenthalt im Maitreya Healing Biotope ging die Reise weiter nach Portugal. Dort wollte ich mich mit einem Kommilitonen aus dem Watercycle-Restoration-Kurs von Water Stories treffen, an dem ich dieses Jahr teilgenommen hatte. Ich wurde eingeladen, ihn bei einem Projekt für einen Kunden in der Nähe von Fundão zu unterstützen.

Das Grundstück war vor einigen Jahren durch ein Feuer verwüstet worden und präsentierte sich entsprechend kahl mit wenig Bewuchs, Schatten oder Struktur, die Wasser zurückhalten könnte. Das Anliegen des Kunden: auch hier sollten extreme Niederschlagsereignisse abgepuffert werden.

Mein Kommilitone hatte einen 5-Tonnen-Bagger geliehen, mit dem er zunächst eine Testgrabung durchführte, um die Beschaffenheit des Untergrunds zu klären. Anschließend vermaßen wir mit einem Laserlevel die geplanten Elemente.

Die Strategie sah vor, ein gezielt platziertes Infiltrationsbecken mit einer Rampe für den Fahrzeugzugang zu schaffen. Dieses sollte das Wasser aus dem darüberliegenden Einzugsgebiet auffangen und langsam im Boden versickern lassen. Überschüssiges Wasser würde über einen Überlauf auf eine anschließende Terrasse oder einen Swale – ein langgezogenes Graben-Hügel-System – mit leichtem Gefälle geleitet, um es einmal quer über den Hang zu führen. Am Ende sollte ein weiteres Becken das Wasser aufnehmen, bevor es das Grundstück verlässt. So wird aus dem Risiko durch Überschwemmung und Erosion eine Ressource, die das darunterliegende Land mit Wasser versorgt und insgesamt zur Grundwasserneubildung beiträgt.

Bei der Umsetzung des ersten Infiltrationsbeckens stießen wir auf einige Betonelemente und anderen Unrat, die in der Vergangenheit wohl dort vergraben worden waren. Statt sie als Abfall zu betrachten, nutzten wir sie kurzerhand als Grundlage für den Bau der gewünschten Rampe. So arbeiteten wir uns in Teamarbeit Schritt für Schritt voran, teilweise bis in den späten Abend.

Schließlich musste ich das Projekt leider vor Abschluss verlassen, da ich zur Vorbereitung des nächsten FÖJ-Seminars wieder zurück nach Deutschland musste. Die Arbeit geht jedoch weiter, und ich bin gespannt, wie sich die Fläche mit den winterlichen Niederschlägen in den kommenden Monaten entwickelt.

Mein Resümee

Zwei Wochen, zwei Länder, zwei Projekte – die Erkenntnis bleibt dieselbe: Während sich die öffentliche Diskussion auf Maßnahmen zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes bzw. auf technische Lösungen zu dessen Sequestrierung fokussiert, wird der Einfluss von Vegetation und Wasser auf unser Klima kaum beachtet – geschweige denn, dass deren Management als Option im Umgang mit den Folgen des Klimawandels im großen Stil in Erwägung gezogen wird. Niederschläge werden als Problem angesehen und möglichst schnell abgeleitet. Wasser ist jedoch die Grundlage des Lebens und damit die wichtigste Ressource im Umgang mit einem sich ändernden Klima sowie der Regeneration degradierter Landschaften. Solange Wasser vorhanden ist, lässt sich auch mit höheren Temperaturen leben und arbeiten, während Vegetation und Bodenbildung Kohlenstoff auf natürliche Weise sequestrieren. Ob mit einer Pflanzenkläranlage oder einem Infiltrationsbecken – die Prinzipien sind dieselben: Verlangsamen, Verteilen und Versickern.

Die Arbeit in Spanien und Portugal hat mir großen Spaß gemacht und mich erfüllt. In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Projekte und darauf, damit einen positiven Beitrag leisten zu dürfen!


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